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Nahost -
Österreichs Muslime klagen Israels "Kriegsverbrechen" an
03.Jän
09
Österreich/Nahost/Israel/Palästina/Islam/Protest
Nahost
- Österreichs Muslime klagen Israels "Kriegsverbrechen" an
Utl.:
Al-Rawi: Politische Plattform soll auf Leiden der Palästinenser
aufmerksam machen =

Wien
(APA) - Österreichische Muslime haben bei einer Demonstration
in Wien
am Freitag die "Kriegsverbrechen" Israels im Gazastreifen
angeklagt. "Unverhältnismäßig" sei in Zusammenhang mit dem
israelischen Vorgehen ein "Unwort". "Was in Gaza passiert, ist ein
Massaker
gegen schutzlose Zivilbevölkerung und nach völkerrechtlichen
Maßstäben ein Kriegsverbrechen, da die Bevölkerung in den dicht
verbauten Gebieten nicht einmal eine Fluchtmöglichkeit hat", erklärte
Tarafa
Baghajati, Sprecher der 85 Vereine umfassenden Initiative
"Stoppt
das Massaker in Gaza".
Zu den Kassam-Raketen der Hamas meinte Baghajati in einer der APA
übermittelten Stellungnahme, jeder Angriff auf die Zivilbevölkerung
sei
"ohne wenn und aber zu verurteilen". Allerdings habe auch Amnesty
International bestätigt, dass in diesem Konflikt seit 27. Dezember
"99
Prozent" der gefallenen Opfer Palästinenser seien. "Die
Kassam-Raketen (ohne diese rechtfertigen zu wollen) haben in den
vergangenen Monaten und Jahren kaum Tote auf der israelischen Seite
verursacht (in 8 Jahren 23 Tote)", argumentierte der Sprecher. Diese
Raketen
verursachten "eine Beeinträchtigung des Lebens für die
benachbarten Gebiete". Darauf mit Bombenhagel zu antworten, könne
nicht
als adäquates Mittel angesehen werden.
Bei
der Diskussion über die Vorgänge rund um den Gazastreifen sei
es zudem
wichtig "den Überblick über den Gang der Ereignisse zu
behalten", unterstrich Baghajati. 18 Monate lang sei die Bevölkerung
durch
die Abriegelung von Gaza förmlich ausgehungert worden. In den
letzten
sechs Monaten sei eine Waffenruhe vereinbart worden, die aber
"in Form
von gezielten Tötung immer wieder von Israel gebrochen"
worden
sei. Hamas habe die Verlängerung der Waffenruhe angeboten und
diese
mit der Bedingung einer Lockerung der Blockaden verknüpft, die
inzwischen durch fehlende Versorgung hunderte Tote verursacht habe.
Diese
Lockerung sei von Israel abgelehnt worden.
Der
Wiener Gemeinderat Omar al-Rawi, Integrationsbeauftragter der
Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, sagte gegenüber der
APA,
seiner Schätzung nach dürften rund 8.000 Personen an der
Kundgebung am Freitag teilgenommen haben. Die Initiatoren der
Demonstration strebten nun die Bildung einer Plattform an, die auf
die
Leiden der Palästinenser aufmerksam machen soll. Er hoffe aber,
dass die
israelische "Aggression" bald aufhöre und es zu keiner
Eskalation des Gaza-Konflikts komme. Dann wären auch keine weiteren
Demonstrationen nötig, so Al-Rawi. |
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