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Trinkwasseraufbereitungsanlage

 
 

Sauberes Trinkwasser ist für ein Spital eine absolute Notwendigkeit, die leider seit Jahren in Basra nicht gegeben ist (s.u.) Dadurch erkranken jährlich Hunderte Kleinkinder an Durchfällen, die in einer Vielzahl zum Tod der Kinder führen. Dies hat uns zu der Idee bewogen, eine Trinkwasseraufbereitungsanlage für das Ibn Ghazwan Hospital zur Verfügung zu stellen. Dankenswerterweise haben die Caritas Bozen und Caritas Österreich dafür einen Betrag von Euro 100.000,- gespendet, den Rest sowie alle auflaufenden Installations- und Betriebskosten müssen aus unseren Spendenmitteln finanziert werden.

Die Produktion wurde zu Jahresende 2003 in Auftrag gegeben, die Arbeiten wurden im März 2004  abgeschlossen. Zur gleichen Zeit wurden in Basra Vorbereitungsarbeiten (Fundament, Wassertanks, Verlegung der Anschlussrohre etc.) durchgeführt. Aufgrund der schwierigen Lage im Irak verzögerte sich der Abschluss dieser Arbeiten. Anfang April waren alle Arbeiten abgeschlossen, jedoch verschlechterte sich die politische Lage im Irak zu diesem Zeitpunkt derart, dass an einen Transport der Anlage, die fix in einem Container montiert ist, nicht zu denken war. Monatelang stand der Container deswegen auf einem Lagerplatz in Wals/Salzburg. Die Transportkosten der Anlage da bis nach Basra sollten zu 80 % von der GTZ Deutschland (Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit) übernommen werden.

Am 12. September 2004 wurde die Anlage mit dem Schiff „Aquarius Leader“ von Hamburg nach Kuwait geschickt, wo sie am 8. Oktober eintraf und zunächst wieder gelagert werden musste. Es war vorgesehen, dass zwei österreichische Ingenieure nach Basra reisen, um die Anlage in Betrieb zu nehmen. Aufgrund der gefährlichen Lage für Ausländer war daran aber nicht zu denken und so mussten wir erst eine irakische Firma finden, die die Installation vornehmen konnte. Nach längeren Verhandlungen konnte die Anlage schließlich am 24. November 2004 nach Basra gebracht werden. Kurz danach begannen drei irakische Ingenieure mit der Installationsarbeit, die während unserer Anwesenheit (6.-13.12.2004) abgeschlossen werden konnte. Die Anlage arbeitet seit 21. Dezember 2004 einwandfrei und kann pro Tag 120 Kubikmeter Trinkwasser herstellen..

Unsere Anlage kann somit den gesamten Trinkwasserbedarf des Spitals sowie den Nutzwasserbedarf der chirurgischen Abteilungen abdecken und damit eine wichtige Arbeit in der Vorbeugung von Erkrankungen leisten. Das Mutter-Kind-Spital in Basra verfügt nun über eine der modernsten Trinkwasseraufbereitungsanlagen (Containerized Reverse Osmosis System), die es derzeit auf dem Markt gibt. (Hersteller: WMI Wolfgang Moik Industrieprodukte, A-5400 Hallein) 

Der Betrieb der Anlage wird pro Jahr $ 25.000,- kosten. Das ist ein Betrag, den wir noch nicht besitzen. Wenn Sie für unser Projekt „Wasser ist Leben“ spenden möchten und dadurch vielen Kindern das Leben erhalten möchten, helfen Sie bitte mit Ihrer Spende!
 

   
 
 

Allgemeines zur Wassersituation im Irak:

 
 

Vor dem Golfkrieg betrug das jährliche Budget für die die Instandhaltung der Wasser- und Abwasseranlagen im Irak 100 Millionen Dollar, 1996 waren es nur mehr 8 Millionen Dollar. Im Jahr 1997 arbeiteten die Wasseraufbereitungsanlagen nur mehr mit 40 % ihrer ursprünglichen Kapazität. Die Kläranlagen wurden kaum mehr gewartet und ungereinigte Abwässer ergossen sich in die Flüsse – die Trinkwasserressource für einen Großteil der Bevölkerung. Infolge der Vernachlässigung der südlichen Landesregionen durch das frühere Regime und infolge der Blockierungen von Ersatzteilen für die Aufbereitungs- und Kläranlagen aufgrund der Sanktionsbestimmungen war die Region Basra ganz besonders betroffen. Dazu kam die Tatsache, dass das Wasserwerk von Basra während der Kampfhandlungen während des Krieges 2003  beschädigt wurde, weiters kam es nach dem Krieg zu zahllosen Plünderungen an den Einrichtungen der städtischen Wasserversorgung. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz führte im Jahr 2003 einen monatelangen Kampf gegen die Plünderer, eine Unterstützung seitens der Briten, was die Bewachung der Anlagen betrifft,  wurde verweigert. Wenn man die Region bereist, so fällt einem der Wasserreichtum dieser Landschaft auf, es ist also mehr als grotesk, dass gerade der Süden des Landes so sehr unter dem Wassermangel leidet.

Mitte Juni 2004 gibt der Public Health Spezialist der WHO in Basra, Dr. Samson Samuel, an, dass nur mehr 40 % des Wasserbedarfs der Stadt aus dem Leitungsnetz gedeckt werden können, 60 % der Bevölkerung wird aus dem Fluss (Shatt el Arab) mit Wasser versorgt, der neben Bakterien auch unzählige Toxine enthält, die aus den alten lecken Schiffen austreten, die zu Hunderten im Shatt el Arab liegen. In diesem Fall nützt weder Abkochen des Wassers noch der Zusatz von Desinfektionstabletten. Weiters werden laut Angabe von lokalen Ärzten Abwässer aus einem nahegelegenen großen Krankenhaus ungereinigt in den Fluß geleitet.

Ende Juli 2004 macht der Vertreter des UN-Generalsekretärs für den Irak, Ross Mountain, darauf aufmerksam, dass eine humanitäre Krise in Basra drohe, aufgrund des Mangels an sauberem Trinkwasser, verschärft durch Mangel an Stromversorgung und nochmals verschärft durch die herrschenden Temperaturen. „Nirgends im Irak ist die Situation so schlecht wie in Basra“ meint er. „Es ist unwahrscheinlich, dass wir den Vorkriegszustand vor Ende dieses Jahres erreichen werden“. Aufgrund des Wassermangels fürchtet er politische Unruhen in der Stadt. „Denn Wasser bedeutet Leben und wenn es ums Überleben geht, werden die Leute nicht untätig zu Hause sitzen und warten.“
 

 
 
     

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte unsere Projektleiterin, Frau Dr. Eva-Maria HOBIGER

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