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Fadi ist 13 Jahre alt und
ich lernte ihn im Juni 2004 am Vorabend meiner Abreise aus Basra kennen. Es war
gerade wieder einmal der Strom ausgefallen und so musste ich den Buben bei
Kerzenlicht untersuchen und seine Röntgenbilder mit der Taschenlampe betrachten.
Fadi hat eine schwere Knochenwachstumsstörung in den Beinen, die dazu führte
dass er extreme X-Beine entwickelte, die das Gehen für ihn sehr beschwerlich
machten. Er ist sehr klein für sein Alter, man könnte ihn auf 10 Jahre schätzen.
Trotzdem ist der scheue Junge der Beste seiner Klasse und seine Leistungen in
der Schule sind wirklich überdurchschnittlich. Am 9. Januar 2005 traf Fadi
gemeinsam mit seinem Vater in Wien ein und wurde am nächsten Tag im Wiener AKH
aufgenommen.
Fadi
wurde in der darauffolgenden Woche zweimal operiert und bekam dann einen
Liegegips an beiden Beinen für ca. 7 Wochen. Eine Röntgenkontrolle Ende
Februar zeigte einen sehr guten Heilungsverlauf, Fadi erhielt einen
neuen Gips, den er nun weitere 6 Wochen tragen muss. Jetzt aber darf er
mit Unterstützung von Krücken bereits gehen. Am 7. März reiste er
gemeinsam mit seinem Vater zurück nach Basra. Die Gipsabnahme wird in
Basra im April erfolgen.
Ein Erlebnis mit Fadi hat mich
erschüttert, denn es zeigt, wie traumatisiert irakische Kinder sind.
Gerade in Basra gab es jahrelang immer wieder Bombenalarm. Fadi schlief
in seinem Wiener Quartier und sein Vater musste laut niesen, der Bub
fuhr hoch und schrie entsetzt: „Wo ist die Bombe? Wo ist die Bombe? Hat
sie unser Haus getroffen?“
Wir danken: der Orthopädischen Universitätsklinik
Wien (Univ.Prof. Dr. Kotz) |