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Sehen Sie die Bilder von unserer
Kuwaitreise.
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DIE NEU- und
FRÜHGEBORENENABTEILUNG IN BASRA
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Ein Hilfsprojekt im Irak
durchzuführen ist unter den gegebenen Umständen wirklich keine
leichte Aufgabe, es ist daher verständlich, dass es dabei auch
immer wieder einmal zu Verzögerungen kommen muss. Auch unsere
Kuwaitreise fand später als geplant statt. Im November 2005
hatten wir verschiedene medizinische Geräte in Kuwait bestellt,
jetzt war es endlich soweit, dass sie nach Basra geschickt
werden sollten. Da es den Ingenieuren der Lieferfirma aufgrund
der schlechten Sicherheitslage im Irak nicht zumutbar ist, nach
Basra zu reisen, um dort im Kinderspital das Personal an den
Geräten einzuschulen, mussten wir eine andere Lösung finden:
Drei Leute vom Kinderspital sollten nach Kuwait reisen, um dort
die Einschulung zu erhalten. Allerdings verzögerte sich die
Erteilung der Visa für diese drei Personen beträchtlich und so
konnten wir die Schulung erst in der letzten Märzwoche ansetzen.
Am 24. März reisten B. Hindo und ich nach Kuwait und holten am
nächsten Tag eine Ärztin, eine Krankenschwester und eine
Ingenieurin – alle vom Kinderspital in Basra - von der irakisch/kuwaitischen
Grenze ab. Ein bisschen Wehmut war schon dabei, als ich an der
Grenze stand und diese erstmals nicht passieren konnte… Aber
alle Freunde aus Basra hatten mir abgeraten, zum gegenwärtigen
Zeitpunkt zu kommen, auf ihren Rat musste ich hören, wenn ich
sie nicht durch meine Anwesenheit gefährden wollte – und
schließlich war dieses Mal meine Anwesenheit nicht wirklich
notwendig.
Die Einschulung an den Geräten verlief sehr zufrieden stellend,
die drei Irakerinnen waren äußerst interessiert und wissbegierig
und wir mussten das Training sogar um einen Tag verlängern, wozu
sich die Firma KMED in Kuwait auch gerne bereit erklärte. Die
Schulung war seitens der Firma gut vorbereitet und wurde
professionell durchgeführt. Die restlichen zwei Tage in Kuwait
dienten der Organisation des Transportes der Geräte nach Kuwait.
Da es zumindest im Kinderspital in Basra auch weiterhin
keinerlei Investitionen gibt, steht man immer wieder vor dem
Problem, dass man zwar „ein Loch“ verschließt, zur gleichen Zeit
aber mindestens ein anderes öffnet. Die schlechte
Energieversorgung gefährdet viele Geräte, es gibt stundenlange
Stromausfälle. Man kann sich vorstellen, was das für ein Spital
bedeutet, v.a. aber für kritische Patienten, deren Leben von
einem Gerät abhängt. Es gibt nicht einmal ein Gerät zur
Sterilisation an der Intensivstation für Neu- und Frühgeborene
und der Sauerstoff, der – in Flaschen – angeliefert wird, ist
ein industrieller Sauerstoff und als solcher nur zu 70 % rein,
während medizinischer Sauerstoff zu 99 % % rein sein sollte.
Einen Dampfsterilisator können wir zur Verfügung stellen, aber
eine Sauerstoffproduktionsanlage nicht, diese übersteigt bei
weitem unsere Möglichkeiten (Kosten mindestens US$ 400.000). Das
Spital verfügt nun seit 20 Jahren erstmals wieder über ein
Beatmungsgerät für Babies, ein Gerät, das die jüngeren Ärzte nur
aus dem Internet kennen (!).
Zum ersten Mal waren wir bei der Ankunft einer größeren Sendung
nicht in Basra anwesend. Es funktionierte trotzdem alles, da wir
in Basra mittlerweile über ein Netzwerk von verlässlichen
Personen verfügen. Soweit es uns möglich war, bereiteten wir in
Kuwait alles für den Transport vor. Am 1. April morgens – gerade
als wir schon in Frankfurt landeten – startete in Kuwait der LKW
mit unseren Geräten Richtung Grenze. Die Abfertigung verzögerte
sich – natürlich, aber am 7. April 2006 erreichte die gesamte
Sendung das Kinderspital in Basra. Die Geräte konnten vollzählig
und unversehrt dem Spital übergeben werden und Dr. Aida, Ing.
Wafaa und Schwester Najma – die drei Damen, die in Kuwait zur
Schulung waren - waren anwesend, als der LKW entladen wurde und
alles an seinen Platz in der Abteilung gebracht wurde. Wie aus
den Fotos ersichtlich ist, machten sich die drei mit Feuereifer
ans Auspacken und Aufstellen der Geräte. Sie werden in den
nächsten Wochen noch damit beschäftigt sein, sich mehr mit den
Geräten vertraut zu machen, um sie zum Wohle ihrer kleinen
Patienten verwenden zu können.
Die Schwierigkeiten, die sich einem entgegenstellen, wenn man im
Irak in diesen Tagen ein Hilfsprojekt leitet, sind schon
manchmal entmutigend. Andererseits ist es doch erfreulich, mit
unserer Hilfe nicht nur den kleinen Patienten zu helfen, sondern
auch den Ärzten und Schwestern Mut zu machen, weiter für ihre
Patienten da zu sein. Unzählige Ärzte haben das Land verlassen
in den letzten zwei Jahren, die die ausharren, verdienen unsere
Hochachtung und Wertschätzung, v.a. aber unsere Unterstützung.
Sie sind wirklich Idealisten, die sich ihren kranken Mitmenschen
verpflichtet fühlen. Dazu aus einem Brief eines Kinderarztes aus
Basra, der mich erreicht, eben als ich diesen Bericht schreibe:
„Ich möchte Gutes tun bis zum Ende meines Lebens, ich möchte
alles geben, um meinen kleinen Patienten helfen zu können und
das Chaos, das jetzt im Irak herrscht, überzeugt mich noch mehr
von meiner Berufung, Menschen helfen zu müssen. Ich weiß nicht,
ob ich den morgigen Tag erleben werde, ich weiß nicht, ob ich
heute Abend lebend heimkommen werde… Alles ist schwarz hier im
Irak, sogar der Sonnenaufgang….“
Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.
Das ist die Liste der Geräte, die wir nach Basra schicken
konnten:
|
Nr. |
Artikel |
Anzahl |
|
|
|
|
|
1 |
Inkubator |
5 |
|
2 |
Phototherapiegerät |
4 |
|
3 |
Beatmungsgerät |
1 |
|
4 |
CPAP (Gerät zur kontrollierten
Beatmung) |
1 |
|
5 |
Blutgasanalyse-Gerät |
1 |
|
6 |
Hämoglobinometer |
1 |
|
7 |
Bilirubinometer |
1 |
|
8 |
Apnoe-Monitore |
5 |
|
9 |
Monitore zur Herz-Überwachung |
3 |
|
10 |
Hämatokritzentrifuge |
1 |
|
11 |
Infusionsständer |
15 |
|
12 |
Wärmer für Neugeborene |
1 |
|
13 |
Sauerstoffventile |
6 |
|
15 |
Bettwäsche |
100 |
|
16 |
Handtrockner |
6 |
|
17 |
50 ml-Spritzen |
1000 |
Der Wert dieser Geräte beträgt US$
156.000,-
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