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WELTWEITER AKTIONSTAG GEGEN KRIEG UND BESATZUNG: 20. MÄRZ 2004

 

Zum Jahrestag des Irakkrieges gingen weltweit Millionen Menschen auf die Straße, um ihren Protest gegen Krieg und Besatzung auszudrücken.

Zusammenfassung der Rede von Fritz Edlinger bei der Friedenskundgebung am Stefansplatz in Wien am 20.3.2004

Auf den Tag genau gab US-Präsident George W. Bush den Angriffsbefehl auf den Irak. Damals wurden im wesentlichen drei Kriegsgründe angegeben: 

·                    Die Existenz von Massenvernichtungswaffen im Irak und die Gefahr der Weiterverbreitung an terroristische Organisationen.

·                    Die Unterstützung des internationalen Terrornetzwerkes durch das irakische Regime.

·                    Der Kampf für Demokratie im Irak und im gesamten Nahen Osten.

 Was hat sich davon bewahrheitet bzw. wie sieht es heute im Irak aus: 

·                    Die Sache mit den Massenvernichtungswaffen hat sich längst als Propagandalüge herausgestellt, ebenso die Zusammenarbeit des gestürzten irakischen Regimes mit terroristischen Organisationen wie Al Kaida.

·                    Der „befreite“ Irak ist inzwischen zum Tummelplatz internationaler Terroristen geworden, auch die Situation in der gesamten Region aber auch darüber hinaus (siehe Attentat in Madrid) ist eher unsicherer geworden.

·                    Von Demokratie im Nahen Osten ist bislang kaum etwas zu sehen. 

Die Grundproblematik der US-Nahostpolitik ist nach wie vor deren Doppelstandard. Auf der einen Seite gibt es Staaten, die mehr oder minder einen Freibrief haben, zu tun, was sie wollen, wie Israel, auf der anderen Seite werden Länder massiv unter Druck gesetzt und unter Missachtung von völkerrechtlichen Normen bedroht und erpresst, wie zuletzt wiederholt der Iran und Syrien. In diesem Kontext kann die Ankündigung einer Greater Middle East Initiative seitens der USA für die meisten Menschen im Nahen Osten nur als gefährliche Drohung aufgefasst werden. 

Zurück zur Situation im Irak: 

Zweifellos ist der Sturz der Diktatur Saddam Husseins zu begrüßen und hat das irakische Volk von einer schrecklichen Herrschaft befreit. 

Es soll auch nicht unerwähnt bleiben, dass es bereits einige Ansätze zur Schaffung von demokratischen Strukturen gibt. 

Dies ist auf der Habenseite zu buchen. 

Leider gibt es aber auch eine Vielfalt von bedrohlichen und gefährlichen Entwicklungen:

·                    Die extreme Unsicherheit, den weitverbreiteten Terror, habe ich bereits erwähnt.

·                    Die politische Situation ist sehr instabil, es besteht die Gefahr eines Bürgerkrieges.

·                    Die Versorgungslage mit Gütern wie Elektrizität, Wasser etc. ist sehr schlecht, teilweise sogar schlechter als noch vor dem Krieg.

·                    Trotz anderer Behauptungen und der einen oder anderen regionalen Ausnahme ist die Besatzungsmacht nach wie vor primär damit beschäftigt, ihre eigenen Positionen zu behaupten bzw. sich selbst zu schützen. 

In diesem Zusammenhang möchte ich mich klar und unmissverständlich vor individueller Gewalt und Terror distanzieren. Durchaus legitim halte ich allerdings den politischen Widerstand einzelnen Gruppen im Irak gegen die US-amerikanische Besatzung. Wie schädlich und verbrecherisch Terror ist, zeigt auch die Tatsache, dass die überwiegende Mehrheit der Opfer von Anschlägen Irakerinnen und Iraker sind.  

Was kann die Zukunft bringen? 

Eine längerfristige US-amerikanische Besatzung des Irak (siehe Pläne zur Errichtung der größten US-Botschaft auf der ganzen Welt!) ist auf jeden Fall abzulehnen. 

Es wird Zeit, dass jene, die sich dem Selbstbestimmungsrecht der Völker verpflichtet fühlen, organisieren und der US-Besatzung entgegentreten. Die heutigen Demonstrationen auf der ganzen Welt sollen diese Mobilisierung unterstützen bzw. zum Ausdruck bringen. Die Zeichen stehen gar nicht so schlecht, wenn man das Ergebnis der jüngsten Wahlen in Spanien betrachtet. Diese Wahlen haben auch gezeigt, dass man nicht ungestraft gegen die Willen der überwiegenden Mehrheit des eigenen Volkes Politik machen darf. – Weder in Europa noch im Irak 

Im Sinne der Wiederherstellung des Völkerrechtes und einer weniger gewaltsamen Konfliktlösung kann es daher nur eine Losung geben: Beendet die völkerrechtswidrige Besatzung und gebt dem irakischen Volk sein Recht auf Selbstbestimmung und auf die Verfügung über seine eigenen Ressourcen zurück! 

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