Heute möchte ich an dieser Stelle ausschließlich über die Aktivitäten der GÖAB in den letzten Monaten berichten. (Einen Kommentar über einige aktuelle politische Ereignisse finden Sie auf den Seiten 7ff.)
Zunächst eine äußerst erfreuliche Tatsache: In den letzten Monaten haben wir ein stark gestiegenes Interesse an unserer Gesellschaft registrieren können. So konnten wir alleine seit Anfang Mai 27 Neubeitritte verzeichnen. Die für unseren Kassier besonders erfreuliche Tatsache liegt darin, daß unter den neuen Mitgliedern immerhin drei Sponsor- und sechs Firmenmitglieder sind. Dies ist zuallererst sicherlich eine Anerkennung der wirtschaftsbezogenen Angebote der GÖAB. (Siehe dazu auch die Information auf Seite 5.)
Aber auch sonst waren die vergangenen Monate für unsere Gesellschaft recht ereignisreich.
Vom 27.6. bis 5.7. bereiste eine kleine Delegation der GÖAB neuerlich den Jemen. Diese bestand aus Prim. Dr. Mohamed Charkasi (HNO), Oberarzt Dr. Martin Wiesholzer (Nephrologe), Dr. Michael Matzner (Orthopäde) und mir. Während Dr. Charkasi und Dr. Matzner zahlreiche Operationen in Sanaa und Taiz durchführten, besuchten Dr. Wiesholzer und ich das Nieren- und das Malariazentrum in Hodeidah und statteten auch einigen Gesundheitseinrichtungen im Hadramaut Besuche ab. Unmittelbar vor unserer Ankunft war ein Container mit verschiedensten Hilfsmitteln angekommen und die Verteilung wurde noch während unseres Besuches in Angriff genommen. Im Rahmen des Aufenthaltes wurden auch die nächsten Aktivitäten besprochen. Diese werden in einer Intensivierung unserer Hilfslieferungen für Kinder (Spielzeug, Kleidung, aber auch Medikamente), in einer verstärkten medizinischen Zusammenarbeit mit dem Lepraspital in Taiz und weiterer Ausbildung für Nierenärzte in Österreich sowie in der Unterstützung eines Berufsausbildungsprojektes in der "city of light" in Taiz liegen. Wir wurden zudem darum gebeten, bei der Errichtung eines Nierenzentrums im Hadramaut (Seyoun) mitzuhelfen, eine endgültige Entscheidung darüber ist aber noch nicht gefallen. Eine Realisierung hängt nicht zuletzt vom Ergebnis unserer laufenden Spendenaktion ab.
BM Schlögl dankt Jemen-Spendern
Am 16.7. lud GÖAB-Präsident BM Karl Schlögl Repräsentanten zweier Initiativen, welche für die Jemenhilfsaktion beträchtliche Beträge gesammelt hatten, zu einer kleinen Feier in den Sitzungssaal des Innenministeriums ein. Es waren dies drei Schülerinnen aus der 2. Klasse der Hauptschule Stockerau, die mit ihrem Klassenlehrer und Projektbetreuer sowie ihrem Direktor nach Wien gekommen waren. Aufgrund der Berichte über die Jemenhilfsaktion der GÖAB haben sie in ihrer Schule ein Projekt gestartet, im Rahmen dessen öS 28.320,- gesammelt werden konnten. In finanzieller Hinsicht noch erfolgreicher war die Aktion von Familie Staritz aus Hainburg, welche gemeinsam mit Freunden und Bekannten insgesamt öS 72.000,- zusammengebracht hat. BM Schlögl dankte allen recht herzlich für ihr humanitäres Engagement und ersuchte gleichzeitig, sich auch weiterhin für Humanität und Völkerverständigung einzusetzen. Er bedankte sich auch bei Prim. Dr. Peter Balcke und Prim. Dr. Mohamed Charkasi, welche sich immer wieder für den Jemen engagieren. Der medizinische Koordinator der GÖAB-Jemenaktion, Prim. Dr. Abdulrahman Aburumieh, mußte sich leider entschuldigen. Ihm wurde in Abwesenheit für seine besondere Initiative gedankt.
Intensivierung der Zusammenarbeit mit Libyen
Wie bereits im letzten Bulletin angekündigt, wird sich die GÖAB wieder stärker um die Beziehungen mit Libyen bemühen. Im Rahmen unserer Delegation im Oktober des Vorjahres wurden diesbezüglich bereits einige Vereinbarungen getroffen. Einiges davon ist schon realisiert bzw. gerade in Realisierung begriffen.
Dazu zählt die unter Federführung von Prof. Dr. Herbert Strunz fertiggestellte Studie "Libyen - Die politische und wirtschaftliche Lage in Bezug auf Chancen für Exporteure und Investoren mit besonderer Berücksichtigung österreichischer Unternehmen". Diese Studie wurde vom Jubiläumsfonds der Österreichischen Nationalbank finanziert und ist am 17.6. im Rahmen einer sehr gut besuchten Veranstaltung in der Wirtschaftskammer Österreich präsentiert worden. Die Studie wird demnächst im Verlag Peter Lang in Buchform auf den Markt kommen.
Ein besonderes Ereignis war der Aufenthalt des libyschen Gesundheitsministers Prof. Dr. Ehtuish Farag Ehtuish vom 21.-23.7. in Wien. An der Vorbereitung und Durchführung dieses auf Einladung der österreichischen Gesundheitsministerin Eleonore Hostasch zustandegekommenen Besuches hatte die GÖAB wesentlichen Anteil. Der Höhepunkt war zweifellos die Unterzeichnung eines österreichisch-libyschen Kooperationsabkommens auf dem Gesundheitssektor. Darüber hinaus besichtigte der libysche Minister eine Reihe von Gesundheits-einrichtungen und führte zahlreiche Gespräche mit Vertretern von Wissenschaft, Politik und Wirtschaft. Er sprach einige konkrete Einladungen an österreichische Ärzte, vor allem aber auch an österreichische Unternehmen aus.
Aufgrund der Gespräche mit Minister Dr. Ehtuish reisten Frau MR Dr. Elfriede Fritz, Univ.-Prof. Dr. Ernst Wolner und ich vom 5. bis 9.8. nach Tripolis, um inhaltliche und organisatorische Details für eine große Fachveranstaltung Ende November zu erörtern. Unter dem gemeinsamen Ehrenschutz von Frau BM Eleonore Hostasch und Minister Dr. Ehtuish soll vom 27.-30.11.1999 in Tripolis das "First Libyan-Austrian Medical Symposium" stattfinden. Parallel dazu soll eine Präsentation österreichischer Medizintechnik- und Pharmaunternehmen stattfinden. Zum Zeitpunkt der Drucklegung dieses Bulletins befinden wir uns mitten in den Vorbereitungen für diese Veranstaltung.
Auf dem Gebiet unserer laufenden Projekte fielen in den vergangenen drei Monaten folgende Aktivitäten an: Der Versand größerer Lieferungen medizinischer und germanistischer Fachliteratur für die einschlägigen Institute der Universität Bagdad sowie Trainingsaufenthalte von zwei Beamten des irakischen Wissenschaftsministeriums (zu einem Deutschkurs an der UNI-Wien) und eines Professors für Neuochirurgie im AKH-Wien. Im Rahmen unseres Wissenschaftsprojektes mit der palästinensischen Universität Birzeit weilte ein palästinensischer Sozialwissenschafter 14 Tage in Österreich.
Alles in allem verbrachten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der GÖAB einen arbeitsreichen Sommer, dessen Ergebnisse sich aus meiner Sicht sehen lassen können. Ich freue mich also bereits auf einen ereignis- und erfolgreichen Herbst 1999 und bedanke mich im voraus für Ihr Interesse und Ihre Unterstützung!
Fritz Edlinger
Generalsekretär