Israel rüstet Indien kräftig auf
Israel hat angeblich Indien gebeten, Mossad-Agenten einen indischen Luftwaffenstützungspunkt zuzänglich zu machen, damit sich die Geheimdienstleute von dort aus frei bewegen können. Das in London erscheinende Militär-Fachmagazin "Jane's Weekly" berichtete kürzlich, die Israelis sähen die Erfüllung ihrer Bitte als Gegenleistung für umfangreiche Waffenlieferungen an.
Indien habe modernste Marine-Radargeräte aus Israel bezogen, die gleichzeitig bis zu 100 Ziele erfassen können. Außerdem hätten die Israelis Patrouillenboote, Luftlande-Frühwarnsysteme, Radar-Störanlagen, Munitionen für sowjetische T-72-Panzer und elektronische Software nach Indien geliefert.
Quelle: Salzburger Nachrichten
Weltbank unterstützt Reformprogramm Marokkos
Die Weltbank will ein Reformprogramm der marokkanischen Regierung unterstützen, das die wirtschaftliche und soziale Entwicklung des Königreiches voranbringen soll. Zu diesem Zweck ist ein Kredit von knapp über 200 Millionen US-Dollar in Aussicht gestellt worden. Mit Hilfe des Kredits sollen institutionelle Reformen durchgeführt werden, um die Wachstumsraten in den nächsten fünf Jahren zu verdoppeln und damit schwerpunktmäßig die Armut zu bekämpfen. Marokko hat in den vergangenen Jahren umfangreiche Änderungen im Finanzmarkt sowie im Arbeits- und Gesellschaftsrecht durchgeführt. In den kommenden Jahren dürften weitere politische Reformen anstehen bzw. bisherige der Konsolidierung bedürfen. Außerdem soll das in Aussicht gestellte Reformpaket die weitere Öffnung des marokkanischen Marktes zum Ziel haben. Neben Italien und Frankreich sollen weitere Länder für eine verstärkte wirtschaftliche Zusammenarbeit gewonnen werden.
Quelle: EPI
REZENSION
Der Islam und der Westen &endash; Anstiftung zum Dialog
Herausgegeben von Kai Hafez, Fischer Taschenbuch, Frankfurt/Main 1997, 239 Seiten, öS 145,-
Das vom deutschen Islamwissenschafter Kai Hafez herausgegebene Buch beinhaltet Beiträge aus den Federn führender deutscher Wissenschafter, Publizisten und auch Politiker. Sie nähern sich dem Oberthema von den verschiedensten Seiten, allen gemeinsam ist aber das »kätzerische« Motiv durch ein Mehr an Wissen ein Weniger an Vorurteilen und Fehleinsschätzungen zu erreichen. Der Untertitel des Buches "Anstiftung zum Dialog" ist als Programm zu verstehen. Dem Herausgeber und seinen Autoren geht es darum, der von Samuel Huntington geprägten Ideologie des "Kulturkampfes" ("Clash of Civilizations") entgegenzutreten und stattdessen ein Programm des Dialoges zu propagieren. Von den fast zwanzig Einzelbeiträgen des Besuches verdienten eigentlich alle genauer vorgestellt zu werden. Auch wenn es hinsichtlich Stil und Wissenschaftlichkeitsgrad teilweise recht gravierende Unterschiede gibt, so sind alle Kapitel informativ und die Autoren höchst kompetent. Aus Aktualitätsgründen seien vor allem zwei Beiträge herausgegriffen: jener von Alexander Flores über den Nahost-Friedensprozeß und jener von Munir D. Ahmed über Pakistan. Das Nachwort von Udo Steinbach, dem Direktor des Deutschen Orient-Instituts setzt sich nochmals kritisch mit den Thesen Samuel Huntingtons auseinander und die Auszüge der Rede des früheren deutschen Bundespräsidenten Roman Herzog anläßlich der Verleihung des Friedenspreises des deutschen Buchhandels an die deutsche Islamwissenschafterin Annemarie Schimmel führen einem drastisch vor Augen, daß man als Spitzenpolitiker sich sehr wohl in sachlicher und undemagogischer Weise mit dem Thema Islam beschäftigen kann.
Ein wichtiges Buch, das sich eine möglichst große Verbreitung verdient.
Fritz Edlinger